Deutschland


SCHINKEL

Karl Friedrich Schinkel

* 1781  Neuruppin

† 1841  Berlin

SCHINKEL war der bedeutendste, stilbildende Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker, Möbelentwerfer und Bühnenbildner in Preußen und Berlin der ersten Hälfte des 19. Jh.s.



AUTOR   Karl Friedrich Schinkel

TITEL

  Erzengel Michael, den Satan überwindend
    Entwurf zum Revers einer Medaille auf Gebhard Leberecht von Blücher
JAHR   1816
TECHNIK   Graphitstift und Zirkel auf Vélinpapier
FORMAT   191 x 211 mm
ORT   Berlin
SAMMLUNG   Kupferstichkabinett, SMB
INVENTAR   SM 39d.139
     
TYPUS     Erzengel Michael als Drachentöter
     

 

Das Erbe Schinkels – Der online-Katalog

http://ww2.smb.museum/schinkel/index.php?id=1505393

1816

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

Anton Friedrich KÖNIG (Medailleur)

nach dem Entwurf SCHINKELs

Medaille auf Blücher. 1816

 

KOMMENTAR

Im Katalog des Kupferstichkabinetts »Karl Friedrich Schinkel – Geschichte und Poesie« Berlin 2012/23, wird das nebenstehende Blatt ebenfalls als Vorlage für Königs Blücher-Medaille (Kat. 74) als Abb. 7 im Ausschnitt gezeigt. Rolf H. Johannsen schreibt in seinem Katalogbeitrag, dass die Komposition der Erzengeldarstellung auf Raffaels Großen Michael von 1518 zurückgehen würde. Der Autor begründet das mit der unstrittigen »Raffael-Begeisterung seit 1800, die in Berlin maßgeblich vom König ausging.« 

Auf RAFFAELs Bildlösung wird immer wieder verwiesen, wenn bei Künstlern nach Vorlagen für ihre Michaelsbilder gesucht wird, aber auch in diesem Fall sind die Abweichungen so gravierend, dass keine Rede davon sein kann, dass sich SCHINKEL an RAFFAEL orientiert hätte: Die tänzerische Dynamik, mit Standbein auf der Schulter des Satans und zurückschwingendem Spielbein, die ausgebreiteten Flügelschwingen, die ausholende Armbewegung mit der Lanze, mit der gleich zugestochen wird: Dies alles fehlt bei den statuarischen Posen, die SCHINKEL und KÖNIG wählen.

Auch KÖNIG, der ausführende Medailleur, behält sich künstlerische Freiheiten vor, sodass man auch SCHINKELs Zeichnung nicht selbstverständlich als Entwurf für die realisierte Medaille betrachten kann, sondern allenfalls als Ideenskizze, auf deren Grundlage KÖNIG dann seine eigene Lösung gesucht hat.



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QUIS UT DEUS  – DER ERZENGEL MICHAEL IN DER BILDENDEN KUNST – VIRTUELLE AUSSTELLUNG UND MATERIALSAMMLUNG